Ich war da ‚mal shoppen

Macht euch bereit für einen Schwank aus meinem Leben, back to the roots, wenn ihr so wollt.

Letzte Woche wollte ich nur ganz kurz in der Stadt unterwegs um nur ganz kurz den Sale zu durchstöbern, wirklich kurz. Ich stand also im Laden von schönen Kleidern umringt und versuche mir einen Weg durch die Menschenmenge zu bahnen. Zwischen Kinderwagen, Kleinkindern und Senioren zwänge ich mich zum Salebereich. Ich gehöre auch zu der Speziesmensch, der es liebt im Sale soooo viel Geld zu sparen, in dem man Sachen kauft die man überhaupt nicht braucht, aber sie sind ja schliesslich im Sale.

Tatsächlich häuft sich eine kleine Sammlung von massenproduzierten Kleidungstücken auf meinem Arm und ich spiele mit dem Gedanken das Anprobieren zu überspringen, da sie dort eine unruhig hin und her wankende Menschenschlange die Füsse platt tritt. Da ich jedoch eine anspruchsvolle Figur habe zwinge ich mich zu einem Teil der wankenden Schlange zu werden.

Vor mir steht eine Frau, sie hat lediglich zwei Kleider in der Hand, ich denke mir bereits, für zwei Kleider anzustehen lohnt sich auch nicht, als sich die Frau umdreht: „Dir heit aber e schöni uswau troffe…“ (Für nicht-Schweizer: Sie haben aber eine schöne Auswahl getroffen). Ich bedanke mich, lächle, ich bin ja schliesslich nett, und führe das Gespräch weiter. Wir reden über aktuelle Kollektionen, die Verschiedenheit der Geschmäcker, über blau und grün bis sich die Kabinentür öffnet und die Frau darin verschwindet.

Ich fühle mich etwas alleine gelassen. Meine Auswahl betrachtend (ich habe wirkliche gute Arbeit geleistet) öffnet sich die Kabinentür wieder und die Frau von vorhin blickt nervös heraus und fragt, ob dass Kleid doof aussehe oder sie es tragen könne. So schnell wandelt sich eine Beziehung von Fremden zu bitte sagen Sie mir ehrlich wie ich aussehe. Schön und stressig zu gleich. Glücklicherweise stand ihr das Kleid sehr gut und ich musste nicht nach einer möglichst netten Floskel suchen, die höflich bemerkt, dass das Kleid Schrott ist. Sie strahlte mich an und verschwand wieder.

Die nächste Kabinentür öffnete sich und ich startete mein textiles Abendteuer. Ich fand tatsächlich zwei Dinge und begab mich, natürlich wieder angezogen zur Kasse. Neben mir an der Kasse stand die Frau und kaufte sich die Kleider, sie strahlte mich wieder an, bedankte sich herzlich und wünschte mir ein schönes Leben, ich ihr ebenso.

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